Donnerstag, 16. Dezember 2010

Alles rund ums Essen

Hallo,

um euch nicht nur meine Arbeit und Reisen, sondern auch mein Alltagsleben näher zu bringen, schreibe ich euch etwas über meine Ernährung. Um das Verständnis zu erleichtern, sind alle Angaben in Euro.

Zum Frühstück esse ich meistens Cornflakes. Milch kostet pro Liter 80 Cent, 500 Gramm Cornflakes kosten 1,70.

Zweimal die Woche, manchmal auch öfter, esse ich bei einer Frau aus der Gemeinde. Sie kocht jeden Tag für sich und ihre Familie. Außerdem verkauft sie das Essen für 70 Cent an andere Leute, zum Beispiel an Janina und mich, aber auch an Motortaxifahrer. Hier gibt es typisch peruanisches Essen. Das sind fast immer Reis und Kartoffeln (beides zusammen), manchmal auch Nudeln, mit ein wenig Fleisch (meistens Hähnchen) und einer Soße. Die Portionen sind immer ordentlich, wie auch in allen anderen Restaurants.
In Mittags-Restaurants zahlt man 1,10 bis 1,25 Euro für ein Mittagessen. Man sucht sich eine Vorspeise (Suppe, Ofenkartoffeln, etc.) und ein Hauptgericht aus. Die Angebote wechseln jeden Tag. Das Essen ist immer lecker und mit viel Öl zubereitet. Die Bedienung ist nicht wie in Deutschland. Es kommt vor, dass sich Kellnerinnen, während das Restaurant rappelvoll ist, an einen der wenigen leeren Tische setzen und mit ihrer Elekromusik aus dem Handy die Salsamusik aus den Boxen übertönen. Das stört aber niemanden. Während ich das am Anfang noch mit deutschen Augen sah („Das kann man doch nicht machen! Die sollten uns lieber mal bedienen.“), gewinne ich dem Ganzen mittlerweile einen gewissen Charme ab. Die Atmosphäre ist viel familiärer und die Leute entspannter.
Wenn ich selber koche, gibt es Reis, Kartoffeln oder Nudeln mit Tomatensoße. Dazu kommen, je nach Tagesstimmung, Fleisch, Zwiebeln, Tomaten, usw.

Abends esse ich ein paar Brötchen. Für 25 Cent bekommt man in einer Bäckerei acht Stueck. Auch der Einkauf in einer Bäckerei läuft anders ab. Die Leute kommen in die Bäckerei, drängeln sich so weit nach vorne vor wie möglich, klopfen mit einer Münze wild auf den Tresen und rufen laut: „Brötchen für einen Sol! Brötchen für einen Sol!“ Mich sieht man zum Glück auch so, deshalb muss ich das nicht machen.

Das waren die Hauptmahlzeiten. Wenn man zwischendurch mal Hunger und nichts im Kühlschrank hat, ist das aber auch gar kein Problem. Jedes fünfte Haus ist ein kleines Geschäft, in dem man sich Snacks kaufen kann. Diese kleinen Geschäfte würden in Deutschland alle nicht überleben, da die Leute billiger im Supermarkt einkaufen würden. Die Peruaner kaufen aber nicht auf Vorrat, meistens nur Zutaten für eine Mahlzeit. Und da bietet es sich an, kurz zum Nachbarn zu gehen.
Unser Nachbar hat ein einen Imbiss für Saft, Kuchen und belegte Brötchen (wir nennen ihn liebevoll den „Saftladen“). Der billigste Saft kostet 25 Cent, für eine Erdbeermilch (wirklich lecker!) bezahlt man 90 Cent. Der Saft kommt nicht aus der Flasche, sondern wird hier direkt zubereitet und besteht nur aus Früchten und ein wenig Wasser. Kleine Kuchenstücke kosten 15 Cent, große Stücke und belegte Brötchen 30 Cent.
Abends steht vor der Bäckerei ein kleiner Stand, an dem Hamburger (40 Cent) und Pommes mit Hähnchen (55 Cent) verkauft werden.
Eine andere Nachbarin verkauft „Papa Rellena“ für 15 Cent. Das sind so etwas wie große Kroketten, gefüllt mit Fleisch, Zwiebeln oder anderem. Dazu isst man etwas Mayonnaise und Ají (sehr scharfe Soße).

Das wars vom Essen. Naechste Woche mele ich mich wieder und berichte von der Vorweihnachtszeit.

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